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Auswertung der Umfrage zur Arbeitszeitkalkulation
bei sächsischen Kirchenmusiker/innen:
68% der teilnehmenden Kantor/innen können mit der Arbeitszeitkalkulation 40/60 ihre Arbeit nicht gut schaffen.
Beteiligung an der Umfrage:
79 in Sachsen angestellte Kirchenmusiker/innen
Ausbildungsabschluss:
18 x A, 40 x B, 21x C
durchschnittlicher Stellenumfang: 62,4%
davon 18x hauptamtlich 100%, 26x hauptamtlich 70-85%, 35x nebenamtlich 10-50%
Können Sie mit der Arbeitszeitkalkulation der Auslastungsverordnung
(40% öffentlich sichtbare Dienste, 60% für alle anderen Arbeiten) Ihre Arbeit gut schaffen?
Ergebnisse:
25 Personen (31,6%) beantworteten die Frage mit „ja – immer oder meistens“.
54 Personen (68,4%) antworteten mit „nein – selten oder nie“.

Je höher der Ausbildungsabschluss, um so negativer die Bewertung der Arbeitszeitregelung:
A: 22% „ja“

B: 33% „ja“

C: 38% „ja“

Vielleicht liegt das daran, dass hochqualifizierte Kirchenmusiker/innen häufig aufwändige Projekte gestalten, die mit der Standard-Arbeitszeitkalkulation nicht möglich sind.
Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand mit der Arbeitszeitkalkulation realistisch arbeiten kann, wächst mit dem Stellenumfang:
Die Zustimmung zur Arbeitszeitkalkulation liegt bei den Personen mit einer 100%-Anstellung bei 44%,
bei den zu 70-85% angestellten bei 31%
und bei den nebenamtlichen Kirchenmusiker/innen nur noch bei 26%.



Es wird deutlich, dass bei jeder Art von Teilzeitanstellung nur noch ein sehr geringer Teil der Kirchenmusiker/innen nach der Arbeitszeitkalkulation 40/60 arbeiten kann.
Mögliche Gründe dafür könnten sein, dass
- Konvente und Dienstbesprechungen für Teilzeitangestellte nicht kürzer sind
- der Aufwand für musikalische Vorbereitung von Gottesdiensten und Proben, abhängig von der musikalischen Ausbildung, eher größer ist.
Erfahrungen und Argumente aus den frei formulierten Antworten auf „Falls Sie uns noch etwas mitteilen wollen - z.B.:
Was macht es Ihnen schwer, nach der Arbeitszeitkalkulation 40/60% zu arbeiten?“
(die Zahlen geben die Häufigkeit der Nennung an):
- Organisation und Werbung dauern viel länger (23)
- keine Zeit zum Orgelüben und für andere künstlerische Vorbereitung (15)
- die Gemeinden sind nicht fair (z.B.: für 70% Anstellung wird 100% Arbeit erwartet) (12)
- Qualität wird in solcher Eile unmöglich (10)
- Arbeit in fusionierten oder Schwesterkirchgemeinden braucht viel zusätzliche Zeit (9)
- Rüstzeiten und R.-Vorbereitung sind nicht angemessen berücksichtigt (8)
- der Zeitaufwand für anrechenbare Dienste ist zu gering kalkuliert (6)
- Zeit für innovative und kreative Arbeit fehlt (5)
- zahlreiche Extra-Veranstaltungen kommen zu den 40% noch dazu (5)
- Teilzeitbeschäftigte haben kaum weniger Dienstbesprechungen und Konvente (4)
- Dienstbesprechungen fressen Zeit (4)
- Bereitschaftsdienst für Kasualien ist für Nebenberufliche schwer erträglich (4)
- fast immer sind „Höhepunkte“ mit großem Aufwand (4)
- sehr große musikalische Gruppen brauchen mehr Zeit (3)
- große Gemeinde, sehr viele Gruppen (3)
- Proben vor Gottesdiensten, Einsingen usw. fehlen in der Kalkulation (3)
- die Bezahlung ist unangemessen gering (3)
- Betreuung der Orgelsanierung geschieht in der Freizeit (3)
- Stellen sind verschieden, die Arbeitszeit lässt sich nicht zentral regeln (3)
- Ich habe weniger als 40% sichtbare Dienste – so geht es besser (2)
- Ich beschränke mich auf das Nötigste – so geht es (2)
- eigene Arrangements schreiben ist wichtig, aber dauert länger (2)
- technische Arbeiten dauern länger (2)
- Zeit für Gespräche, für Menschen ist zu knapp (2)
- als KMD trotzdem 100% Arbeitszeit in der Gemeinde (2)
- Zeit für Weiterbildung fehlt
- Gemeindeaufbau braucht zeitliche Freiräume
- die Betreuung Ehrenamtlicher braucht mehr Zeit
- Vertretungsdienste sollten extra bezahlt werden
- Popularmusik mit Tontechnik braucht mehr Zeit
- überregionale Arbeit braucht Zeit
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