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Landessynode April 2011
Kirchenmusik in Sachsen: Noch kein Abgesang
Kirchenmusikertagung 2011 Colditz
Einheit durch Vielfalt - Deutscher Musikrat - Resolution
Landessynode April 2011

Erste Ergebnisse der Landessynode

Die Landessynode hat sich am 10. und 11.4.2011 in öffentlicher Sitzung unter anderem intensiv mit der Vorlage zur Strukturanpassung 2014, insbesondere mit der Perspektive der Kirchenmusik, und mit der Einsetzung eines zeitlich begrenzten Synodenausschusses für Kirchenmusik befasst. Zeitweise waren etwa fünfzehn Kantor/innen anwesend, wurden freundlich wahrgenommen und haben Gesprächsgelegenheiten genutzt. Die drei Kirchenmusiker/innen in der Synode haben in der straff geführten Synodendebatte engagiert für die Zukunft unseres Arbeitsfeldes gesprochen. Auch etliche andere Synodale haben deutlich gemacht, dass für sie die Kürzung kirchenmusikalischer Arbeit in dem von der Struktur-AG vorgeschlagenen Umfang nicht in Frage kommt. Die Synode ist für die Strukturentscheidungen nicht direkt zuständig, sondern die Kirchenleitung. Die Synode kann der Kirchenleitung aber Empfehlungen geben.

Nach etwa fünf Stunden Debatten wurde beschlossen:

I. Die Kirchenleitung wird gebeten, bei der Umsetzung der Strukturreform folgendes zu berücksichtigen:
1. Gemeindepädagogische und kirchenmusikalische Stellenanteile können auch weiterhin grundsätzlich in einem vertretbaren Umfang im Rahmen der Stellenplanung des Kirchenbezirks ausgetauscht werden. Hauptamtliche Stellen sind davon ausgenommen, soweit sie in der landeskirchlichen Stellenplanung verankert sind.
2. Die Reduzierung der Stellen im kirchenmusikalischen Bereich soll - analog der Deckelung im gemeindepädagogischen Bereich - 10 % nicht überschreiten.

II. 1. Die Landessynode bildet einen Ad-hoc-Ausschuss gemäß § 11 Absatz 3 der Geschäftsordnung. Aufgabe des Ad-hoc-Ausschusses ist, Vorschläge zur zukünftigen Gestaltung des Arbeitsfeldes Kirchenmusik zu unterbreiten und über seine Arbeitsergebnisse der Landessynode regelmäßig zu berichten.
2. Der Ad-hoc-Ausschuss besteht aus 5 Mitgliedern.
3. Der Ad-hoc-Ausschuss kann sich in Absprache mit dem Synodalpräsidenten sachverständige Gäste einladen.

III. ln den Ad-hoc-Ausschuss Kirchenmusik werden berufen: Syn. Böhrner, Syn. Henker, Syn. Roth, Syn. Tröltzsch, Syn. Vetter.

IV. Die Kirchenleitung wird gebeten, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, der die sich mit einer Neudefinition der Berufs- bzw. Aufgabenfelder der Mitarbeiter im Verkündigungsdienst und den daraus folgenden notwendigen Konsequenzen beschäftigt. ln dieser Arbeitsgruppe sollten Vertreter der betroffenen Berufsgruppen einbezogen werden. Die Synode ist regelmäßig über den Stand der Beratungen zu informieren.

zu I.: Die Deckelung der Kirchenmusik-Kürzungen auf 10% (statt wie ursprünglich vorgesehen 14%) bedeutet: Zusätzlich zu den im Strukturentwurf vorgesehenen 165 Vollzeit-Äquivalent-Stellen Kirchenmusik (die in der Praxis auf sehr viel mehr Personen verteilt sind) hat die Synode eine Aufstockung um fünf weitere Stellen beschlossen - als Empfehlung an die Kirchenleitung. Der Rechnungsausschuss hat den Antrag unterstützt, der Finanzdezernent hat zugesagt, "wenn es dem inneren Frieden dient", die dafür nötigen 200.000 Euro pro Jahr noch zu finden.
Damit gibt es also nicht nur 165, sondern 170 VzÄ Kirchenmusik. Außerdem verspricht der Strukturentwurf pro Kirchenbezirk 0,25 Stellen "für die Organisation / Koordination kirchenmusikalischer Arbeit im Kirchenbezirk". Das sind für die gesamte Landeskirche weitere fünf Stellen, insgesamt also jetzt 175. Damit ergibt sich im Vergleich zu den gegenwärtigen 186,20 Stellen "nur" noch eine Kürzung um 11,2 Stellen oder 6,4%.

zu II. und III.: Auch die Einsetzung des Ad-hoc-Ausschusses, der "Vorschläge zur künftigen Gestaltung des Arbeitsfeldes Kirchenmusik" erarbeiten soll, wurde einstimmig beschlossen. Der Ausschuss hat fünf Mitglieder aus der Synode: die Kantoren Alexander Tröltzsch und Ina-Maria Vetter, den Leipziger Superintendenten Martin Henker als Vertreter des Theologischen Ausschusses und Vorsitzenden des Kirchenmusik-Ausschusses, Herrn Heinz-Hartwig Böhmer aus dem Finanzausschuss und Pfarrerin Elisabeth Roth für den Erziehungs- und Bildungsausschuss. Dazu werden "sachkundige Gäste" in den Ausschuss berufen. Wir haben die Mitwirkung des Netzwerkes Kirchenmusik deutlich angeboten.
zu IV.: Ein weiteres Anliegen zahlreicher Synodaler war, dass die Weiterentwicklung der Berufsfelder von Pfarrer/innen, Gemeindepädagog/innen und Kirchenmusiker/innen nicht auf 2020 verschoben wird, sondern gleich beginnt. Zu diesem Thema wurde das LKA gebeten, eine Arbeitsgruppe einzusetzen.
Beim Zusehen und -hören haben wir uns über diese Ergebnisse gefreut: Ein Synodenausschuss Kirchenmusik, der auf die Initiative des Netzwerkes Kirchenmusik zurückgeht; die Zusage, dass jetzt inhaltlich an den Berufsbildern gearbeitet wird; und fünf Kirchenmusik-Stellen mehr. Freilich bleibt es eine Kürzung. Doch jetzt ist die Kirchenmusik nicht mehr viel stärker als alle anderen Berufsgruppen von der Reduzierung betroffen. Nun muss die Strukturanpassung inhaltlich gestaltet werden.

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